Wozu Technetoismus?

Ich habe durchaus die Befürchtung, dass vieles, was ich hier unter dem Gesamtbegriff des Technetoismus vorschlage, propagiere oder anderweitig aussage, schnell den Schluss erzeugen könnte, dass es das alles ja bereits gäbe. Ist denn das, was der Technetoismus als ästhetisches Mittel Kunst versteht, letzenendes nur das, was im Bereich des Fantasy und entfernt zusammengehörigen Werken nicht ohnehin der generelle Konsens über das Ideal der Kunst (insbesondere der Literatur) ist? Ist nicht ebenso das Universum eigentlich nur Tolkiens Sekundärwelt, und die Panstilistik eine geradezu notwendige Schlussfolgerung aus der unterschiedlichen Struktur und Wirkung von verschiedenen Stilen, Genres oder sonstigen Parametern und Wahlfreiheiten bei der Strukturierung eines Werks?

Anstatt jetzt diese möglichen Äußerungen direkt zu widerlegen und den Versuch einer Beweisführung zu unternehmen, dass der Technetoismus eine originelle Eigenleistung sei, will ich eher eine grundsätzliche Verständnissache klären: Nämlich, dass die Begründung von etwas gänzlich neuen, das um der Revolution halber revolutionären Charakter hat, gar nicht meine Absicht ist. Vielmehr ist mir durchaus bewusst, dass der Technetoismus in seinen "drei Säulen" zunächst erstmal auf bestehenden Konzepten aufbaut. Doch beginnt der Technetoismus selbst ja bereits bei dem Thema, welche dieser Konzepte überhaupt zusammenpassen, und welche etwaigen anderen in einer auf autonom erschaffende Konsistenz aufgebauten Philosophie entweder sekundär oder sogar ausgesprochen kontraproduktiv sein würden. Darüber hinaus sehe ich mein Schaffen und meine Begründung des Technetoismus vor allem in der Hoffnung, eine Systematik zu schaffen. Durch das genaue Definieren der ästhetischen Mittel, überhaupt der Tatsache, diese als solche zu postulieren, erhoffe ich beispielsweise wirkungsvolle Diskussionsmöglichkeiten um Fragen, die diese betreffen, etwa die oft ideologisch gefärbte Frage, ob Videospiele denn Kunst seien. Auch in meiner Schrift zur Architektur im Universum hoffe ich, einen derartigen Umgang mit dem Technetoismus und seinem Aufbau dargelegt zu haben: Die analytische, systematische Betrachtung und Abstraktion der Begrifflichkeit "Architektur" und die daraus folgende Bemerkung, welche Arten architektonischer Konstruktion im Universum vorliegen, und welche Bedeutungen dies hat. Wo Beliebigkeit dem gezielten Ausdruck weichen soll und umgekehrt.

Darüber hinaus verfolge ich mit diesem Webangebot insbesondere auch das Ziel, über die ästhetischen Mittel, der Kunstgattungen usw. lehren zu können - freilich nicht auf akademischen Niveau, aber so, dass die Beurteilung der nicht immer ganz zugänglichen Formen, Absichten und Wirkungen in Kunst (z.B. der abstrakten Malerei oder auch der sogenannten klassischen Musik) in einem für bestehende dem Technetoismus nahestehende Werke (siehe auch: Technetoistische Rezensionen, die Beurteilung bestehender Werke unter technetoistischen Gesichtspunkten) oder künftige unmittelbar technetoistische Werke besser verstanden werden. Hier geht es letztlich auch um den Abbau von Vorbehalten, den das jeweilige Gegenüber sowohl in der "Hochkultur" als auch in der "Massenkultur" regelmäßig erfährt.

Zusammengefasst denke ich, kann ich die Existenz eines Begriffes wie "Technetoismus" am besten so rechtfertigen, dass es eine gezielte Zusammenführung mehr oder weniger voneinander fremder, aber dennoch zusammenpassender Bereiche (vgl. Ballade vs. RPG als durchaus provokantes Extrembeispiel) ist, aus der eine systematische Weiterführung folgt, die ich durch eine sporadische, von unmittelbaren Erfahrungen ausgehenden Rezeption für so nicht möglich halte.

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Letzte Änderung: 26.06.2019 19:58:04 Uhr (CET)

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